Städt. Realschule an der
    Mellinghofer Straße 56
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Die einwöchige AG findet unter der Leitung von Frank Plück (Werbefotograf) statt und beschäftigt sich zunächst mit den unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten verschiedener Kameras. Dabei wird den Jugendlichen vermittelt was eine Zeit/Blende-Kombination ist und wie, wann, für welchen Bereich und für welche Lichtquellen man sie anwendet. Die Nachwuchsfotografen erhalten ein Verständnis für die technischen Voraussetzungen, die für ein kreatives Fotografieren wichtig sind.

Im Jahr 2016 erhielt die AG den RWW Kulturpreis in der Kategorie Bildende Kunst, mit dem gewählten Thema „Lebendige Farbe im Dunkeln“.

Neben dem Fotografieren und Entwickeln von Schülerarbeiten der AG werden in der Melli Ausstellungen geplant, konzipiert und durchgeführt, die Fotos für die Gestaltung des Schulplaners (z. B. für das Jahr 2017), für Einladungskarten zu Ausstellungen oder auch für Mellikarten (Melliday) verwendet.

Das Jahr 2018/2019: "Alles eine Farbe"

Zu Beginn des Projektes wurde eine Ausschreibung für eine Foto-AG erstellt. Zu einem angesetzten Termin erschienen dann Schüler*innen, die Interesse hatten an dem Projekt teilzunehmen. Organisiert wurde die AG von dem Werbefotografen Frank Plück und dem Schulsozialarbeiter Philipp Blaschke. Es meldeten sich anfangs circa 30 Schüler*innen, aus dem Klassen 5. – 10. an. Zum Projektstart besuchten wir mit den Schüler*innen die Verleihung des Jugendkulturpreises in Neuss, bei welchem Jugendliche aus verschiedenen Institutionen kreative Projekte vorstellten. Dies sollte den Schüler*innen einen Anreiz für mögliche Ideen innerhalb des Projektes „Alles eine Farbe“ geben.

Die Arbeitsgemeinschaft fand regelmäßig wöchentlich statt. Es folgten in der AG mehrere Ausflüge wie zum Beispiel der Besuch der Ausstellung „Die Geste“ und der Besuch im „Neanderthal Museum“. Außerdem gab es einen kulturellen Nachmittag, an welchem alle Kinder etwas aus ihrem Heimatland mitbringen durften. Hier wurden Speisen, Geschichten, Kleidungsstücke, aber auch Spiele mitgebracht. Frank Plück erklärte den Schüler*innen die Umgehensweise mit der Kamera und überließ ihnen diese auch für die Dauer der Arbeitsgemeinschaft. Die Schüler*innen ließen ihrer Kreativität mit der Kamera freien Lauf und probierten aller Hand aus. Sie wurden unter anderem kreativ mit Farben, Tüchern, Neonlicht und anderen Hilfsmitteln. Heraus kamen unterschiedliche Bilder, sodass sich die Schüler*innen für eine Ausstellung einzelne ihrer gemachten Bilder aussuchen mussten. Es wurden verschiedene Bilder nach den Ideen der Kinder erstellt, welche in eine Ausstellung kamen. Die Schüler*innen wurden in alle Entscheidungsprozesse mit eingebunden. So wurde gemeinsam beschlossen, welche Ausflugsziele besucht werden oder welche Materialien in der nächsten Foto-AG Stunde benutzt werden sollten. Die Schüler*innen waren auch an dem Entscheidungsprozess beteiligt, welche Bilder für eine Ausstellung verwendet werden und welchen Text die Bilder erhalten sollten. Darüber hinaus durften die Schüler*innen mitentscheiden, dass eine Ausstellungseröffnung zuerst innerhalb der Schule stattfinden sollte. Wir haben es im Laufe des Schuljahres geschafft, verschiedene Kulturen kennen zu lernen. Hierbei stieg die Akzeptanz aller Schüler*innen untereinander. Sie bekamen alle einen Einblick in die verschiedenen Kulturen ihrer Mitschüler*innen und konnten so etwas über deren Lebensumstände, Bräuche, Religionen und Sitten erfahren. Im Laufe des Schuljahres entwickelten sich so Freundschaften, welche sowohl klassen- und altersübergreifend, als auch kulturübergreifend waren. Durch das Projekt haben ganz besonders Seiteneinsteiger*innen profitiert, da diese durch das Projekt einen sozialen Anschluss erhalten haben. Hier entstandene Freundschaften, welche auch über den AG-Zeitraum hinausgingen. Schüler*innen trafen sich in der Hofpause und spielten dort gemeinsam, verabredeten sich aber auch noch nach dem Schulunterricht zu Hause. Aber auch der „Regelschüler“ profitierte von vielen verschiedenen kulturellen Eindrücken und baute so Vorurteile ab. Zusätzlich zu den Ausstellungsbildern haben wir uns gemeinsam mit den Schüler*innen darauf geeinigt, Postkarten mit den einzelnen Ausstellungsbildern drucken zu lassen, damit diese mehr Menschen beim Weiterreichen erreichen können. Die Arbeitsgemeinschaft „Foto-AG“ war im letzten Schuljahr ein voller Erfolg. Die Schüler*innenfragten schon am Ende des Schuljahres nach weiteren Projekten für das kommende Schuljahr. Das Projekt wurde mit Mitteln von Wegbereiter/RuhrFutur finanziert und ist im Juni 2019 ausgelaufen. Die Arbeit mit den im Projekt entstandenen Bildern geht in der Foto-AG jedoch weiter. So sollen die Postkarten verteilt und die entstandene Ausstellung als Wanderausstellung in verschiedenen öffentlichen Institutionen gezeigt werden. Unsere Schüler*innensind durch das Projekt nachhaltig geprägt worden und haben sowohl Toleranz als auch Akzeptanz gegenüber ihren Mitmenschen entwickeln können. Zur Zeit hängt die Ausstellung in der Schulaula und ist für alle Schüler*innen der Schule frei zugänglich. Außerdem hoffen wir, dass die Ausstellung in Form einer Wanderausstellung noch viele Menschen erreichen wird und so zum Nachdenken und Umdenken anregt. Als nächstes ist es geplant, dass die Ausstellung im Mülheimer Rathaus gezeigt wird.

     

     

      

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