Städt. Realschule
an der Mellinghofer Straße
Mülheim an der Ruhr
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Kleine Prellungen, blutende Nasen - wo Kinder sind, da passiert auch immer etwas. Schnelle erste Versorgung mit Pflastern, Kühlakkus und Verbänden bekommen unsere Schülerinnen und Schüler durch den Schulsanitätsdienst.

Regelmäßig werden Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 von der Johanniter Unfallhilfe zu Schulsanitätern ausgebildet - diese Schülerinnen und Schüler treffen sich 1x in der Woche in einer Arbeitsgemeinschaft mit einer Lehrerin und einem Sanitäter der Johanniter. Die AG bietet den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich Wissen in Erster Hilfe anzueignen, dies zu üben und ihre Bereitschaftsdienste in Pausen bzw. während der Unterrichtszeit zu planen. Teamgeist und Spaß kommen dabei natürlich nicht zu kurz!

So haben wir immer Schulsanitäter mit aufgefrischtem Erste-Hilfe-Wissen zur Hand, die ihren Sanitätsdienst in den Pausen machen, falls mal etwas passiert!

Immer hilfsbereit: die Sanitäter 

Ein Interview - erschienen in unserer Schulzeitung eRMel (02/06)

eRMel: Habt ihr viel zu tun?
Sanitäter: Eigentlich nicht.
eRMel: Wie viele Fälle habt ihr in der Woche?
Sanitäter: Das ist unterschiedlich, je nach Jahreszeit und Wochentag.
eRMel: Wieso hast du vorhin von Jahreszeit und Wochentag gesprochen?
Sanitäter: Im Winter haben wir natürlich mehr zu tun, weil es glatt ist und mit Schneebällen geschmissen wird.
eRMel: Was sind die häufigsten Verletzungen?
Sanitäter: Das sind Schürfwunden, Kratzer und Prellungen. Die meisten „Patienten“ haben wir in der fünften bis siebten Klasse, weil die Kleinen sich einfach öfter verletzen.
eRMel: Was war denn bis jetzt die schlimmste Verletzung?
Sanitäter: Das war eine Platzwunde am Kopf.
eRMel: Ist es eine Belastung für dich, ein Sanitäter zu sein?
Sanitäter: Es ist für mich keine große Belastung, außer wenn es schönes Wetter ist und ich drinnen sitzen muss.
eRMel: Ist es für dich ein Problem Blut zu sehen?
Sanitäter: Nein, sonst wäre ich kein Sanitäter geworden.
eRMel: Wie viele Sanitäter seid ihr? 
Sanitäter: Ca. zehn aus der 9. Klasse und ca. acht aus der 10. Klasse.
eRMel: Wie viele Sanitäter sind immer einsatzbereit?
Sanitäter: Alle Sanitäter sind immer einsatzbereit.
eRMel: Gefällt es euch, Sanitäter zu sein?
Sanitäter: Ja, weil man immer den Schülern gegenüber hilfsbereit ist. Es gibt einem dann das Gefühl gebraucht zu werden.
eRMel: Ich bedanke mich dafür, dass ihr euch für unsere Leser Zeit genommen habt.
Informationen über Schulsanitätsdienste der Johanniter-Jugend  (externer Link)


Die Struktur des Schulsanitätsdienstes

Der Schulsanitätsdienst setzt sich aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8 bis 10 zusammen. Als Nachwuchs werden zum Sommerhalbjahr aus den 7. Klassen neue Mitglieder rekrutiert, die in der Regel im Februar einen Ausbildungskurs bei der Johanniter-Unfall-Hilfe  absolvieren. Ab diesem Zeitpunkt nehmen die „Jungsanitäter“ an den AG-Sitzungen teil und übernehmen in der Folge für den Rest des Halbjahres Pausendienste in Begleitung und unter Aufsicht von erfahrenen Schulsanitätern. Somit kann also immer auf einen Stamm von ausgebildeten und erfahrenen Schulsanitätern aus zwei Jahrgängen zurückgegriffen werden. Im Gegenzug für die Übernahme der Teilnahmegebühren für die Erste-Hilfe-Kurse (beinhaltet die Inhalte der LSM-Kurse), verpflichten sich die Schulsanitäter, für mindestens ein Schuljahr nach Ablauf der Ausbildungszeit am Schulsanitätsdienst teilzunehmen.

Für die Schulsanitäter gibt es zwei Hauptaufgabenfelder: 

Erstens übernehmen sie in den Pausen die Erstversorgung von Kranken und Verletzten an der Schule und können in Notfällen dafür auch aus dem Unterricht gerufen werden. 
Zweitens nehmen sie an den AG-Sitzungen teil, die jede Woche für eine Schulstunde stattfindet. Inhalt der AG-Sitzungen ist das Aufstellen der Dienstpläne, die Besprechung von Problemfällen, das Üben von lebensrettenden Sofortmaßnahmen und die Besprechung von Organisatorischem.

Darüber hinaus übernehmen die Schulsanitäter die Wartung von Erste-Hilfe-Taschen für Klassenfahrten, Ausflüge und Ähnlichem, verrichten die Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, wie z.B. Sportfesten und sind am Tag der offenen Tür mit einem Informationsstand vertreten.
Aus pädagogischer Sicht verfolgt der Schulsanitätsdienst vor allem soziale Ziele. So werden durch die Übertragung von Verantwortung, das Zutrauen in die eigene Selbständigkeit und das Vertrauen, das den Schulsanitätern entgegengebracht wird, sowohl die Sozialkompetenz als auch das soziale Handeln, gefördert. Dieses sind einige der wichtigsten Aufgaben, die in den Richtlinien und Lehrplänen für die Realschule in NRW, den Einzelschulen des Landes übertragen werden. „Neben den oben aufgeführten sozialen Zielen gehören zu den weiteren Zielvorstellungen:
•    Leistung von professioneller Erster Hilfe bei Notfällen in der Schule, um die Folgen der Unfälle so gering wie möglich zu halten
•    Entlastung des Kollegiums und der Schulleitung sowie hauptsächlich unserer Schulsekretärin
•    Evaluation des bestehenden Schulprogramms
•    Unterstützung der Berufswahl
•   Senkung der Versicherungskosten durch die geringere Inanspruchnahme von Rettungsdiensten: Laut Aussagen der Johanniter-Unfall-Hilfe ist die Zahl der Krankentransporte bei Schulen mit einem gut organisierten Schülersanitätsdienst zum Teil wesentlich geringer als bei Schulen ohne diese Einrichtung: So wurde der Einsatz von Krankentransporten einer Schule in Kleve mit einem Sanitätsdienst von zuvor durchschnittlich 70 auf 25 Transporte pro Jahr gesenkt.
•    Voraussichtliche Abnahme der Simulationsfälle, in denen ein Schüler im Unterricht eine Krankheit vortäuscht, um dem Unterrichtsgeschehen eine Zeitlang zu entrinnen: Die Furcht, dass eine simulierte Krankheit von dem gerufenen Sanitätsdienst als solche entlarvt wird, ist vermutlich zu groß.“ (Staatsarbeit LAA’ Haakmann, 2003) 

Die organisatorische Ausgangslage

Der Schulsanitäts ist ein Teil des Schulprogramms und wird von den Schülern und vom Kollegium der Schule als eine wertvolle Einrichtung betrachtet, dessen Bestand langfristig gesichert werden soll. 
Die schulgetragene Betreuung hat seit April 2007 Unterstützung von den Jungen Johannitern  bekommen. Eine Ausbilderin steht  den Sanitätern in den AG-Sitzungen zur Seite und kann diese in Fachlichem unterstützen.

Unter den AGs stellt der Schulsanitätsdienst eine Ausnahme dar. Er verfolgt nicht nur einen Selbstzweck wie der Großteil der anderen AGs, sondern leistet darüber hinaus einen Dienst für die Allgemeinheit der Schüler und Lehrer der Schule. Eine Umfrage im Kollegium vor der Einführung des Schulsanitätsdienstes ergab, dass sich nur 21% des Lehrerkollegiums die Rolle des Ersthelfers in Unfallsituationen zutrauen (Staatsarbeit LAA’ Haakmann, 2003). Mithilfe des Schulsanitätsdienstes können die Lehrer auf kompetente Hilfe zurückgreifen, wenn sie in eine Bedarfsituation kommen. Daneben werden die Lehrkräfte entlastet, indem sie auf Erste-Hilfe-Taschen zurückgreifen können, ohne für deren Vollständigkeit durch regelmäßige Prüfungen Sorge tragen zu müssen. Außerdem wird durch den Schulsanitätsdienst eine Anlaufstelle für erkrankte oder verletzte Personen geboten. 

Im Schulgesetz für NRW vom Juli 2006 §54 Schulgesundheit Absatz (1) heißt es: „Die Schulgesundheitspflege hat das Ziel, Krankheiten der Schülerinnen und Schüler vorzubeugen, sie frühzeitig zu erkennen und Wege zu ihrer Heilung aufzuzeigen. Die Aufgaben der Schulgesundheitspflege nehmen die unteren Gesundheitsbehörden in Zusammenarbeit mit der Schule und den Eltern wahr.“ Diese Aufgabe der Schule wird durch die Sachkompetenz der Schulsanitäter unterstützt. Frühzeitig können sie Beschwerden erkennen bzw. sachkundige Ersthilfe bei Verletzungen leisten und dadurch mögliche Folgeschäden für die Mitschüler verringern.

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